Interview Dr. Frank Thalmann

1. Das Projekt Alchimisty wird von Ihnen geleitet. Was hat es mit diesem Namen auf sich?

Dr. Thalmann: Ich werde in Gesprächen häufig auf den Namen des Projektes Alchimisty angesprochen, verbunden mit der Frage, ob dies tatsächlich nur etwas für Alchemisten, oder zumindest etwas für Chemiker sei.
Diese Frage beschäftigte uns auch, als es darum ging, das ursprünglich „Chempedia“ genannte Projekt umzubenennen. Wir haben uns zu dieser Umbenennung entschlossen, weil mit dem Namen „Chempedia“ tatsächlich eine Fokussierung auf die Chemie erfolgt wäre.

2. Welche Botschaft soll mit dem heutigen Name „Alchimisty“ transportiert werden?

Dr. Thalmann: Die Alchemie, auch Alchimie, befasste sich mit der Umwandlung von unedlen Metallen und Elementen in Gold. Zielstellung war also die Veredelung von verfügbaren Komponenten in etwas wertvolles, nämlich Gold.
An dieser Stelle ziehen wir Parallelen zu unserem Projekt: wir machen aus Informationen Gold, also etwas Wertvolles. Mit diesem Bezug halten wir es für angemessen, das Projekt Alchimisty zu nennen. Es wird mit diesem Namen also keine fachliche Einschränkung, sondern die Zielstellung des Projektes ausgedrückt.

3. Kann ein werbefreies Publikationsportal, welches kostenfreie und uneingeschränkte Publikationsmöglichkeiten anbietet, überhaupt wirtschaftlich erfolgreich sein?

Dr. Thalmann: Genau vor dieser Frage stand ich, als ich vor etwa 4-5 Jahren begann, das Alchimisty-Konzept zu erstellen. Das Neue daran ist die Schaffung einer völligen Barrierefreiheit, seien es organisatorische, finanzielle oder strukturell-hierarchische Barrieren, die uns im täglichen Berufsleben Zeit und Motivation stehlen. Google mit seiner Kostenfreiheit wäre hier als analoges Beispiel nichtganz zutreffend, weil dort Einnahmen aus Werbung generiert werden, die man als Nutzer – neben der Analyse des Nutzerverhaltens – als Gegenleistung für die kostenlose Nutzung über sich ergehen lassen muss. Der von mir neu entwickelte Ansatz sieht vor, dass Einnahmequellen genutzt werden, die dem Nutzer weder lästig oder aufdringlich werden sondern ihm noch einen Zusatznutzen bieten. Mit diesem Konzept wurde es sogar geschafft, dass auch die finanzierenden Unternehmen einen deutlichen Zusatznutzen erfahren, der praktisch erst durch dieses Konzept entsteht. Durch diese allseits Vorteile bringende Situation kann dieses Konzept der kostenfreien und uneingeschränkten Publikation wirtschaftlich erfolgreich sein, auch wenn auf Werbeeinnahmen verzichtet wird.

4. Wer oder Was sind diese Quellen mit denen die Querfinanzierung erfolgen soll?

Dr. Thalmann: Zur Finanzierung des Portals werden bezahlte Inhalte (paid content) herangezogen. Dies funktioniert ähnlich wie Messen, zu denen Fachpublikum freien Eintritt bekommt und die Aussteller über die Standkosten die Messe finanzieren. Im Gegenzug gewährleistet der Veranstalter, dass ausschließlich Fachpublikum anwesend ist und somit die Aufwendungen der Aussteller auch tatsächlich die Zielgruppe erreichen.
Bezahlte Inhalte bestehen in Alchimisty vor allem aus technischen Dokumentationen und Handbüchern von Laborgeräten (publiziert im ManufactureR), aus Beschreibungen von Dienstleistungsangeboten der Servicedienstleister (Seminare, Weiterbildungen, Analytikservice, Zulassungsservice usw., publiziert im SupplieR) und aus Beschreibungen von Veranstaltungen (Messen, Tagungen, Seminare, publiziert in EventS).

5. Werden dann also auch Unternehmen der Chemie- und Pharmaindustrie, deren Mitarbeiter Alchimisty nutzen, für diese Nutzung etwas zahlen?

Dr. Thalmann: Nein, die Nutzer haben immer kostenfreien Zugang zu Alchimisty. Lediglich die fachliche Zugehörigkeit wird vor der Vergabe der persönlichen Zugangsdaten geprüft. Zahlungen werden nur für Inhalte fällig, die zu den Bezahl-Inhalten, den paid content – zählen. Das sind die bereits erwähnten Inhalte im ManufactureR, im SupplieR und in EventS. Ein Anwenderbericht im PublisheR, wie er von einem Anwender eines der Laborgeräte publiziert wird, bleibt also genauso kostenfrei wie z.B. die Nutzung der ToolboX.

6. Was verstehen Sie unter dem immer wieder erwähnten „Alchimisty-Prinzip“?

Dr. Thalmann: Das Alchimisty-Prinzip definiere ich so, dass es kostenlose Basis-Accounts für Nutzer gibt, die ihre fachliche Zugehörigkeit zu den Branchen Chemie, Pharma, Life Sciences, MedTech, den Ingenieurwissenschaften und anverwandten technischen und naturwissenschaftlichen Branchen nachgewiesen haben (die AGB, Punkt 2, gibt darüber Aufschluss). Der Basis-Account beinhaltet die uneingeschränkte Möglichkeit zur Publikation wissenschaftlicher Ergebnisse (auch peer-review), die bisher – entgegen der allgemein verbreiteten Meinung – in wissenschaftlichen Zeitschriften und Open-Access-Portalen etablierter Verlage durchweg kostenpflichtig (Open-Access-Artikel im Durchschnitt 1.217 EUR, Quelle: Helmholtz-Gemeinschaft vom 18.03.2015) sind. Ein weiterer Punkt des Alchimisty-Prinzips ist die Werbefreiheit des Portals, um die ablenkungsfreie Arbeit zu gewährleisten.

7. Worin besteht der von Ihnen beschriebene Zusatznutzen für die Hersteller von Laborgeräten?

Dr. Thalmann: Die meisten Hersteller von Laborgeräten haben natürlich die Dokumentationen der von ihnen hergestellten Geräte auf ihren Webseiten gehostet. Der Anwender findet sie meist unter „Support“ oder „Service“ oder „Download“ und kann dort ein pdf-Dokument herunterladen. Was der Hersteller meist nicht erfährt ist die Rückmeldung, ob der Anwender tatsächlich die Antwort auf seine ganz konkrete Fragestellung gefunden hat, weil ganz einfach der „Rückkanal“ fehlt. Die zweite Möglichkeit für den Anwender ist ein Anruf in der Supportabteilung, der in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit zu einer mehr oder weniger prompten Antwort führt.

Im Unterschied hierzu dokumentiert der Hersteller im Alchimisty ManufactureR die bestehenden Dokumente in Form einer Wiki-Seite, die im Gegensatz zu pdf-Dokumenten multimedial gestaltet werden kann. Es können also auch kleine Videos, z.B. als Anleitung zum Wechsel eines Ersatzteils; eingebaut werden. Darüber hinaus werden Wiki-Seiten von dem integrierten Indexdienst erfasst und stehen augenblicklich in der Wiki-Suchfunktion zur Verfügung. Eine Verlinkung zu anderen Wiki-Dokumenten, wie z.B. Anwendungsberichten im PublisheR oder Datenblättern, Zeichnungen usw., aber auch zu externen Zielen, wie z.B. der Verkaufsseite des Herstellers, sind möglich. Besonders wichtig ist aber der erwähnte „Rückkanal“, das ist der Blog, der zu jeder einzelnen Wiki-Seite standardmäßig dazu gehört und thematisch eindeutig dem Produkt auf der Seite zugeordnet werden kann. Hier können Anwender ihre Fragen stellen, andere Anwender oder die Supportabteilung können antworten. Dies hat mehrere Vorteile:

  • Die Fragen können rund um die Uhr gestellt werden.
  • Die Antworten können vom Support, aber auch von Anwendern kommen, die diese Frage bereits für sich klären konnten. Damit wird die Response-Zeit bis zur Zufriedenstellung des Fragestellers wesentlich verkürzt.
  • Gleichzeitig ist diese Frage-Antwort-Kombination augenblicklich in der integrierten Suche auffindbar, so dass ab sofort die Antwort auch für diejenigen verfügbar ist, die diese Frage vielleicht in nächster Zeit gestellt hätten. Damit verkürzt sich ebenfalls die Antwortzeit für Fragesteller.
  • Die Beiträge in diesem Blog bestehen wahrscheinlich nicht nur aus Fragen, sondern vielleicht sogar aus Vorschlägen von Anwendern, die in der Produktentwicklung ausgewertet werden können.
  • Die Dokumentation der Anfragen innerhalb der Supportabteilungen erfordert durch die Blogfunktion weniger bis keinen Aufwand, die Historie ist nachvollziehbar und transparent.
  • Verlinkungen zu Anwenderberichten, entweder auf Alchimisty PublisheR oder extern, sind möglich und erhöhen die Glaubwürdigkeit der darin gemachten Aussagen beim Nutzer.

8. Warum beharren Sie auf der Werbe- und Kostenfreiheit für die Basis-Accounts auf Alchimisty?

Dr. Thalmann: Das hat folgende Ursachen: Unsere Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag zeigten, dass es viel zu viele Quellen für Ablenkung gibt, denen man ausgesetzt wird. Täglich stehlen uns 500 Werbeeinblendungen Zeit, Aufmerksamkeit und Platz auf der Webseite. Wenn von diesen 500 Einblendungen nur 1 % zu uns durchdringen und jede davon zwischen 2 bis 15 Minuten unserer Zeit in Anspruch nimmt, ist das ein zeitliches Potenzial, über das man schon nachdenken sollte.
Wir hören aber auch immer wieder von Strategien, wie Unternehmen das Nutzerverhalten analysieren, um die Trefferquote der Werbeeinblendungen zur Interessenlage des Nutzers zu optimieren. Ob sich Nutzer dadurch beobachtet oder überwacht fühlen, hängt von dessen Psyche ab. Wir jedenfalls wollen für unsere Nutzer ganz klare Linien ziehen zwischen dem, was öffentlich sichtbar und nachvollziehbar sein wird und dem geschützten persönlichen Bereich, in dem Nutzerverhalten, Interessen und andere prospektive Kennzahlen vertraulich bleiben und nicht erfasst werden.
In Gesprächen mit Verantwortlichen aus den Führungsebenen kommen häufig die Vorbehalte gegenüber Fachportalen zum Ausdruck, die mit Werbeeinblendungen ihre Kosten finanzieren. Hier werden praktisch auf Kosten der Nutzer und mit deren Zeitkontingent Finanzierungskonzepte aufgebaut. Das Unternehmen zahlt also über die verschwendete Arbeitszeit ihrer Mitarbeiter indirekt für Werbung, die sie selbst gar nicht geschaltet haben. Transparenz sieht anders aus.
Dies sind für uns wirklich wichtige Gründe, weshalb wir uns entschieden haben, dauerhaft werbefrei zu bleiben. Moderne Marketingstrategien haben sich längst von den konventionellen Auffassungen der Übermittlung von Werbebotschaften getrennt. Diese Ideen werden auch nach und nach die Unternehmen erreichen, die in die Chemie-Pharma-Life Science-Industrie Produkte und/oder Dienstleistungen verkaufen wollen.

9. Welche mittel- bis langfristigen Zielstellung haben Sie mit Alchimisty?

Dr. Thalmann: Wir sehen es als eines unserer Ziele an, mit dem Alchimisty-Portal neben der ersten kostenlosen uneingeschränkten Publikationsmöglichkeit für wissenschaftliche Ergebnisse auch eine der größten und möglichst vollständigen Sammlung an kommentierten und bewerteten Handbüchern von Laborgeräten, vielleicht sogar weiteren Geräten, aufzubauen.

10. Wie können Unternehmen Alchimisty unterstützen?

Dr. Thalmann: Alchimisty befindet sich ganz am Anfang seiner Entwicklung und muss sich in der Fachwelt etablieren. Wie alle auf Wikis basierenden Projekte lebt es hauptsächlich von der Akzeptanz und Aktivität seiner Nutzer und der Qualität der von ihnen verfassten Beiträge. Jeder Nutzer muss den für ihn daraus resultierenden Vorteil spüren können. Das bedeutet auch, dass zum Zeitpunkt des öffentlichen Zugangs bereits interessante Inhalte vorhanden sein müssen und danach ständig nachgelegt werden muss. Dies zeigt bereits die Unterstützungsmöglichkeiten auf:

  • durch Publikation von bezahlten Inhalten im ManufactureR, SupplieR oder EventS
  • durch finanzielle Unterstützung in Form von Beteiligung und / oder Sponsoring
  • durch aktive Nutzung des Portals durch die Mitarbeiter

Am dringendsten wäre aktuell eine Unterstützung bei der Bewältigung des enormen Arbeitsanfalls, dies beispielsweise durch Sponsoring einer Assistentenstelle oder als Beteiligungsgeber. Interessenten können mich hierzu gern kontaktieren.

11. Gibt es schon Unternehmen, die das Projekt unterstützen?

Dr. Thalmann: Ja, natürlich. Ich arbeite seit Sep2012 mit mehreren Pilotgruppen im Alchimisty zusammen, um die einzelnen Bereiche in ihrer Funktionalität zu testen. Dabei habe ich schon gute Unterstützung durch Teilnehmer aus der Industrie und von Universitäten bekommen. Ein Anbieter von Auswerte-Software publiziert seit fast zwei Jahren auf Alchimisty und kürzlich kam noch ein Verlag hinzu, der uns sein GMP-Glossar zur Verfügung stellt. Das kann aber nur ein Anfang sein, wir müssen durch gezielte Maßnahmen weitaus mehr Unterstützer mobilisieren.

Ich bedanke mich für das Gespräch!

 

alchimisty on Mai 6th, 2015

Ab sofort ist die ToolboX auf Alchimisty öffentlich verfügbar. Wir beginnen mit dem GMP-Glossar, welches mehr als 950 Begriffe des pharmazeutischen Alltags enthält. Im Laufe der kommenden Woche werden alle Begriffe eingepflegt sein. Sie sind eingeladen, dieses Glossar rege zu nutzen und mit Ihrem Wissen zu ergänzen.

alchimisty on Mai 4th, 2015

Kriterien für Einträge im InnovatoR – Mitgliedschaft in der Gruppe „autor_innovator“

Für die Vergabe von Schreibrechten im InnovatoR ist die Zugehörigkeit zur Gruppe „autor_innovator“ notwendig. Hierzu bedarf es der Einreichung der Geschäftsidee / des Businessplans / des Patents (im Folgenden „Innovation“ genannt) beim Alchimisty-Administrator, der die Rechte bei Vorliegen einer oder mehrerer Kriterien für Einträge im InnovatoR vergibt.

Diese Kriterien für Innovationen sind:

  • Die Innovation basiert auf einer technologischen Neuerung, einer Erfindung oder einer Idee.
  • Es handelt sich um ein innovatives Produkt.
  • Es handelt sich um einen innovativen Service.
  • Es handelt sich um ein innovatives Verfahren.
  • Es handelt sich um einen innovativen Prozess.
  • Es handelt sich um ein innovatives Material.
  • Es handelt sich um eine innovative Konstruktion.
  • Es handelt sich um eine innovative Technologie.
  • Es handelt sich um ein innovatives Geschäftsmodell.

Hinsichtlich der Branchen werden keine Einschränkungen vorgenommen. Die letztendliche Entscheidung über die Erteilung der Schreibrechte im „InnovatoR“ verbleibt im Management der Alchimisty – Wissenschaftler im Dialog GmbH.

Wie der InnovatoR funktioniert, welche Datensicherheit gegeben ist und wie Sie sich dort anmelden können lesen Sie in diesem Artikel.

alchimisty on April 29th, 2015

Kann ein werbefreies Publikationsportal, welches kostenfreie und uneingeschränkte Publikationsmöglichkeiten anbietet, überhaupt wirtschaftlich erfolgreich sein?

FT: Genau vor dieser Frage stand ich, als ich vor etwa 4-5 Jahren begann, das Alchimisty-Konzept zu erstellen. Das Neue daran ist die Schaffung einer völligen Barrierefreiheit, seien es organisatorische, finanzielle oder strukturell-hierarchische Barrieren, die uns im täglichen Berufsleben Zeit und Motivation stehlen. Google mit seiner Kostenfreiheit wäre hier als analoges Beispiel nichtganz zutreffend, weil dort Einnahmen aus Werbung generiert werden, die man als Nutzer – neben der Analyse des Nutzerverhaltens – als Gegenleistung für die kostenlose Nutzung über sich ergehen lassen muss. Der von mir neu entwickelte Ansatz sieht vor, dass Einnahmequellen genutzt werden, die dem Nutzer weder lästig oder aufdringlich werden sondern ihm noch einen Zusatznutzen bieten. Mit diesem Konzept wurde es sogar geschafft, dass auch die finanzierenden Unternehmen einen deutlichen Zusatznutzen erfahren, der praktisch erst durch dieses Konzept entsteht. Durch diese allseits Vorteile bringende Situation kann dieses Konzept der kostenfreien und uneingeschränkten Publikation wirtschaftlich erfolgreich sein, auch wenn auf Werbeeinnahmen verzichtet wird.

Quelle: Auszug aus Interview mit Dr. Frank Thalmann, Projektleiter „Alchimisty“ (Jan2015)

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alchimisty on April 29th, 2015

*** Wir sind der Meinung, dass Publizieren und der Abruf der Publikationen ohne Einschränkungen für alle Wissenschaftler möglich sein soll. Auf Alchimisty haben Sie bereits mit einem kostenlosen Basis-Account ….*** Ende des Zitats

Publizieren auf Alchimisty

Publizieren auf Alchimisty

Ein Vergleich der Leistungsmerkmale des “PublisheR” auf Alchimisty mit anderen Publikationsportalen:
analytik-news.de, chemiestudent.de, internetchemie.info, researchgate.net

 Lesen Sie mehr

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alchimisty on April 28th, 2015

Wenn Start-ups und Investoren im “InnovatoR” auf Alchimisty aufeinander treffen, beruht deren Verhältnis zueinander zunächst einmal auf der gegenseitigen Suche nach Kapital und Kapitalgebern. Es handelt sich beim InnovatoR um einen geschützten Bereich, zu dem nur ausgewiesene Nutzer Zugang erhalten. Seitens der Kapitalgeber ist dies an die Unterzeichnung einer Geheimhaltungsvereinbarung und eines Ehrenkodex gebunden. Dessen Wortlaut wird hiermit öffentlich zur Kenntnis gegeben:


 

Dieser Ehrenkodex beschreibt die Verhaltensregeln von Investoren, die im geschützten Bereich „InnovatoR“ Zugang zu Informationen über Investitionsmöglichkeiten erhalten. Kapitalsuchende Unternehmen oder Personen publizieren in diesem Bereich vertraulichen Informationenüber ihr Unternehmen, ihre Geschäftsidee, ihr Produkt oder ihren Businessplan, anhand deren die Beurteilung der Investitionsmöglichkeit erfolgen kann. Die Investoren erfüllen die beschriebenen Zugangsvoraussetzungen und verpflichten sich zu Folgendem:

  1. Die Gruppenmitglieder „investor“ (im Folgenden AY>investor genannt) bestehen aus Business Angels, Beteiligungsunternehmen, Venture Capital Gesellschaften, Family Offices, Kreditinstituten und Business Angel Gruppen, die Kapital in eine oder mehrere der im Bereich „InnovatoR“ veröffentlichten Investitionsmöglichkeiten investieren wollen und hierzu die vertraulichen Informationen in Form von Geschäftsideen und Businessplänen für ihre Zwecke auswerten.
  2. Bei Business Angels (Angel Investoren) handelt es sich um vermögende Privatpersonen, die unmittelbar oder über zwischengeschaltete Beteiligungsgesellschaften eigenes Kapital in neue aufstrebende, nicht börsennotierte Unternehmen investieren und ihre Erfahrungen an sie weitergeben, ohne unmittelbar operativ tätig zu werden. Im Gegenzug erhalten sie dafür eine Beteiligung an den Unternehmen mit dem Ziel eines mittelfristigen, langfristigen oder dauerhaften Engagements mit und ohne Exit-Szenario.
  3. Venture Capital Gesellschaften, Family Offices, Kreditinstitute und Business Angels Gruppen agieren mit gleichem Ziel und Bewusstsein wie Business Angels, allerdings nicht als Einzelpersonen sondern als institutionelle Investoren. Sie treffen mit ihren Mitarbeitern, Netzwerkpartnern und Mitgliedern gleichlautende oder diesem Ehrenkodex gleichkommende Vereinbarungen und achten auf deren Einhaltung.
  4. Die Mitglieder AY>investor bekennen sich zu den allgemeinen Grundsätzen des „Ehrbaren Kaufmanns“ im Umgang mit Start-ups, Investoren und Dritten.
  5. Die Mitglieder AY>investor erkennen an, dass Alchimisty – Wissenschaftler im Dialog GmbH keine Haftung übernimmt für Inhalte, die Richtigkeit, die Vollständigkeit und die Aktualität der von Gruppenmitgliedern autor_innovator eingestellten Informationen, Geschäftsideen und Businessplänen.
  6. Die Mitglieder AY>investor unterzeichnen zu Beginn Ihrer Mitgliedschaft die Geheimhaltungs- und Nutzungsbeschränkungsvereinbarung und handeln entsprechend der darin getroffenen Vereinbarungen.
  7. Die Mitglieder AY>investor erkennen den Alchimisty-Gedanken an, der darin besteht, dass die Finanzierung der kostenlosen und werbefreien Basismitgliedschaft für Wissenschaftler durch syndizierte Einnahmen aus bezahlten Inhalten und kostenpflichtigen Zusatzleistungen erfolgt.
  8. Die Mitglieder AY>investor erkennen die jeweils gültige Preisliste für die Nutzungsrechte des Bereichs „InnovatoR“ an.
  9. Die Mitglieder AY>investor erkennen für den Fall einer erfolgreichen Vermittlung einer Unternehmensbeteiligung oder einer anderweitigen Finanzierung über den Bereich „InnovatoR“ an, dass innerhalb eines Monats nach vertraglicher Fixierung des Beteiligungs- oder Finanzierungsgeschäfts eine Provision entsprechend der geltenden Provisionsliste fällig wird. Die Mitglieder AY>investor verpflichten sich, diesen Geschäftsabschluss innerhalb dieser Frist unaufgefordert Alchimisty darüber zu informieren und die Provision auf deren Geschäftskonto auszuzahlen.
  10. Die Mitglieder AY>investor erkennen unwiderruflich an, dass für den Fall eines nicht gemeldeten Beteiligungs- oder Finanzierungsgeschäftes sich Alchimisty’s Provisionsanspruch verdoppelt, dieser nicht verjährt und dieser Investor dauerhaft von der Mitgliedschaft in AY>investor ausgeschlossen wird.
  11. Die Mitglieder AY>investor erklären, dass gegenüber Start-ups, Investoren und Dritten alle Honorare, Provisionen und Gebühren, die im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit stehen, vorab offen legen.
  12. Die Mitglieder AY>investor erklären, dass Ihre Tätigkeit als Business Angel strikt von Beratungsmandaten getrennt wird, dass sie den Bereich „InnovatoR“ nicht als Plattform zur Akquise von Beratungsmandaten nutzen werden und dass sie die Aufnahme von Investitionsverhandlungen mit Start-ups unabhängig von bezahlten Beratungsmandaten aufnehmen oder durchführen.

Dieser Ehrenkodex wurde in der Fassung vom 07.04.2015 veröffentlicht und ist bis auf Widerruf für Gruppenmitglieder „investor“ bindend.


Damit haben Start-ups eine höhere Sicherheit im Umgang mit potenziellen Investoren und diese wiederum kennen die Erwartungen an den Umgang untereinander.

alchimisty on April 28th, 2015

Durch Transparenz macht Alchimisty das Nutzererlebnis für seine Nutzer nachvollziebar und sicher. Wir veröffentlichen hier den Text der Geheimhaltungsvereinbarung, den alle Investoren (Business Angels, Venture Capitalists) als Zugangsvoraussetzung zum “InnovatoR” unterschreiben.


Um die Vertraulichkeit von Publikationen im Bereich „InnovatoR“ und der erteilten Leserechte aufgrund der Gruppenzugehörigkeit „investor“ – insbesondere eingereichte Businesspläne, Beschreibungen von Technologien, Projekten und Produkten und sonstigen Informationen – zu gewährleisten, verpflichte ich mich,

  • über vertrauliche Informationen, die mir im Rahmen der Zugehörigkeit zur Gruppe „investor“ bekannt werden, strengstes Stillschweigen zu bewahren;
  • vertrauliche Informationen ausschließlich zur Vorbereitung und Durchführung von Aktivitäten in meiner Eigenschaft als Investor zu verwenden und sie nicht ohne ausdrückliche Zustimmung des betreffenden Unternehmens/Gründerteams an Dritte weiterzugeben, die diese Informationen nicht selbst im Rahmen meines Netzwerks benötigen;
  • die mir schriftlich oder elektronisch zur Verfügung gestellten vertraulichen Informationen auf erstes Verlangen an das Unternehmen/Gründerteam zurückzureichen und die Informationen auf allen Datenträgern des Unterzeichners zu löschen, wobei die vorstehenden Verpflichtungen auch danach ihre Gültigkeit behalten;
  • sicherzustellen, dass eine Weitergabe der vertraulichen Informationen und Unterlagen an von mir gegebenenfalls eingeschaltete Mitarbeiter und Berater (Erfüllungsgehilfen) nur erfolgt, wenn diese die Geltung der vorliegenden Vertraulichkeitserklärung auch in diesem Rechtsverhältnis schriftlich bestätigen oder selbst eine Vertraulichkeitserklärung in diesem Umfang abgeben oder abgegeben haben.

Ausgenommen sind Berater, die von Berufs wegen zur Verschwiegenheit verpflichtet sind, wie z.B. Rechtsanwälte, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer.

Vertrauliche Informationen und Unterlagen in diesem Sinne sind alle Informationen, die durch das Unternehmen/Gründerteam als vertraulich gekennzeichnet sind.

Nicht vertraulich sind solche Informationen, die bereits allgemein bekannt sind oder ohne Verletzung der vorstehenden Punkte allgemein bekannt werden oder durch Dritte ohne Verletzung einer Vertraulichkeitsverpflichtung bekannt gemacht werden oder bei der Übergabe nicht als vertraulich gekennzeichnet sind.

Die vorliegende Erklärung ist bis zum Ablauf von zwei Jahren nach Austritt aus dem Netzwerk wirksam.


Dadurch wird die Nutzung des “InnovatoR” für Start-ups transparenter und sicherer.

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alchimisty on April 28th, 2015

Der Bereich “InnovatoR” auf Alchimisty als Publikationsportal für Ideen und Technologien

Unternehmen, die innovative Produkte und Technologien entwickeln und deren Produktion und Vermarktung vorantreiben möchten, müssen einen enormen Aufwand an Zeit und Geld investieren, um geeignete Venture-Capital-Investoren zu finden. Häufige try-and-error-Erlebnisse tragen nicht gerade zur Beschleunigung des Matching-Prozesses bei.

Venture-Capital-Investoren, die in innovationsgetriebene Technologien und Produkte investieren möchten, stehen vor dem gleichen Problem. Das Abhalten von Veranstaltungen, die dem Suchen und Finden von Investitionsprojekten dienen, löst die mit dem Matching-Prozess im Zusammenhang stehenden Anforderungen nur bedingt.

Dazwischen gibt es eine Reihe von Portalen, auf denen Angebot und Nachfrage von Venture Capital dargestellt werden. Business Angels und Business Devils stehen Seite an Seite mit Beratern, die außer Ihrer Beratung kein Geld zu vergeben haben. Ganz abgesehen von der Vielzahl an Vermittlern, die ihre Dienstleistung vermarkten möchten. Über die Sicherheit der Informationen, die auf diesen Portalen ausgetauscht werden, kann man nur spekulieren. Venture-Capital-Suchende sind also den auf den Portalen anwesenden Anbietern, ganz gleich welcher Couleur, ohne weitere Referenz und Schutz ausgesetzt. Insgesamt also keine den Notwendigkeiten gerecht werdende und zufrieden stellende Situation.

Mit folgendem Ansatz geht Alchimisty an diesen Prozess heran:

  • Im geschützten Bereich „InnovatoR“ präsentieren Unternehmen und Personen, die auf der Suche nach Venture Capital sind, ihre innovativen Ideen, Produkte und Technologien. Die Anforderungen an den innovativen Charakter des Investitionsobjektes sind vordefiniert und gelten als Voraussetzung für die Publikationen.
    Der Fokus liegt auf Innovationen und Technologien der Branchen Chemie, Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik, Diagnostik, Werkstofftechnik, Nanotechnologie, Batterietechnik, Energiespeichertechnik, Umwelttechnik, Recyclingtechnik, Lebensmitteltechnologie, Fahrzeugtechnik, Wissensmanagement und e-Learning. Die Liste der Branchen ist erweiterbar und offen, Voraussetzung ist der innovative Charakter des Investitions-Objektes (Unternehmen, Technologie, Projekt, Produkt).
  • Die Präsentation erfolgt in einem dem Investitions-Objekt angepassten kostenfreien Format CompanyPage, TechnologyPage und ProjectPage oder in einem multimedial erweiterten kostenpflichtigen Format MicroSite, die alle jeweils mit einem Blog versehen sind. Alle Formate sind vom publizierenden Autor in seiner Sichtbarkeit für die anderen Bereichsberechtigte skalierbar, d.h. sie können Lese- und Schreibrechte sowohl für die Seite als auch für den zugehörigen Blog vergeben.
  • Ausgewiesene Investoren und Business Angels, die zuvor eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschreiben müssen, bekommen kostenpflichtigen Zugang zum Bereich „InnovatoR“. Sie erhalten Schreibrechte für die jeweiligen Blogs der Venture-Capital-Suchenden. Alle Investoren verpflichten sich zur Einhaltung des von uns entwickelten Ehrenkodex im Umgang mit den Startups und untereinander.
  • In einem öffentlichen Bereich werden anonymisierte Basisinformationen des Produkts, der Technologie oder des Projekts publiziert. Interessenten erhalten hier Infor-mationen über Publikationsmöglichkeiten und Investitionsobjekte. Diese Seite befindet sich im Bereich Alchimisty>Einblick und heißt „Technology Scout“.

Bei Interesse melden sich Venture-Capital-Suchende oder Investoren bei mir:

E: frank.thalmann@email.de
T: +49 (3601) 40 39 553
M: +49 (163) 163 84 00

Viele Grüße,
Ihr Frank Thalmann

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alchimisty on April 14th, 2015

Alchimisty stellt ein Portal für den multimedialen Dialog zwischen Wissenschaftlern und Technikern zur Verfügung. Das Alchimisty-Prinzip gewährt dem Fachpublikum eine kostenlose Nutzung und Werbefreiheit durch Finanzierung des Portals über bezahlte Inhalte von Branchenzulieferern.

AlchimistY

(nicht öffentliche, öffentliche und geschützte Bereiche im Portal durch zugelassene Nutzer)


Wissenschaftler registrieren sich kostenlos am werbefreien Wissens- und Publikationsportal, um dort Inhalte zu publizieren, Wissen zu teilen und mit anderen Brancheninsidern in den Dialog zu treten.

AlchimistY

(nicht öffentlicher Bereich für registrierte Nutzer)


Gerätehersteller publizieren multimedial die Dokumentationen und Handbücher der aktuellen und vorherigen Gerätegenerationen. Sie verlinken auf Anwenderberichte und treten im Blog mit Anwendern in den Dialog, um Einsatz- und Entwicklungsmöglichkeiten zu diskutieren. Sie leisten den Support darüber ab und dokumentieren ihn gleichzeitig für ihre Anwender.

ManufactureR

(nicht öffentlicher Bereich mit Lese- und Schreibrechten für registrierte Nutzer)


Anbieter von Beratungs- und Analytikdienstleistungen, von Services im Bereich der Zulassungen, Registrierungen und Mitarbeiterschulungen beschreiben ihr Angebot multimedial und hinterlegen Proben ihrer Seminarinhalte. Ein Link zu eigenen Buchungsseiten ermöglicht dem Interessenten eine sofortige Buchung der Dienstleistung.

SupplieR

(öffentlich sichtbarer Bereich mit Schreibrechten für registrierte Nutzer)


Veranstaltungsdienstleister publizieren multimedial Events und Termine, verlinken auf eigene e-Ticket-Seiten und halten Teilnehmer und Interessenten auf dem Laufenden.

EventS

(öffentlich sichtbarer Bereich mit Schreibrechten für registrierte Nutzer)


Start-ups oder Personen publizieren vertraulich und detailliert ihre Technologie, ihr Produkt oder ihre Idee, um Investoren dafür zu interessieren.

InnovatoR

(geschützter Bereich für registrierte und zugelassene Nutzer)


Unternehmen und Recruiter veröffentlichen selbständig Stellenanzeigen, die sofort online stehen,
und
Kandidaten suchen branchenspezifisch nach passenden Positionen.

JobtickeR

(öffentlich sichtbarer Bereich mit Schreibrechten für registrierte Nutzer)


Wissenschaftler publizieren kostenlos und uneingeschränkt Ergebnisse ihrer wissenschaftlichen Arbeit und diskutieren diese mit anderen Fachkollegen.

PublisheR

(nicht öffentlicher Bereich für registrierte Nutzer)


Wissenschaftler nutzen und ergänzen die Wissenssammlung zu Branchenthemen und treten mit Fachkollegen in den Dialog.

ChempediA

(nicht öffentlicher Bereich für registrierte Nutzer)


Registrierte Nutzer nutzen ihr persönliches Wiki für private und berufliche Aufzeichnungen als Daten- und Wissenssammlung.

persönliches Wiki

(erweiterte Funktion für registrierte Nutzer)


Wissenschaftler und Techniker nutzen eine Zusammenstellung bewerteter Werkzeuge für ihre tägliche Arbeit und treten mit Fachkollegen in den Dialog.

ToolboX

(öffentlich sichtbarer Bereich mit Schreibrechten für registrierte Nutzer)


Dieser Artikel wurde auch in der Xing-Gruppe “chemistry-pharma-life sciences” erwähnt.

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alchimisty on Februar 1st, 2015

Das Projekt Alchimisty wird von Ihnen geleitet. Was hat es mit diesem Namen auf sich?

Dr. Thalmann: Ich werde in Gesprächen häufig auf den Namen des Projektes Alchimisty angesprochen, verbunden mit der Frage, ob dies tatsächlich nur etwas für Alchemisten, oder zumindest etwas für Chemiker sei.

Diese Frage beschäftigte uns auch, als es darum ging, das ursprünglich „Chempedia“ genannte Projekt in “Alchimisty” umzubenennen. Wir haben uns zu dieser Umbenennung entschlossen, weil mit dem ursprünglichen Namen „Chempedia“ eine Festlegung auf die Chemie erfolgen würde. Wir wollen weiter denken und das Projekt auch für weitere naturwissenschaftliche und technische Branchen öffnen.

Welche Botschaft soll mit dem heutigen Name „Alchimisty“ transportiert werden?

Dr. Thalmann: Die Alchemie, auch Alchimie, befasste sich mit der Umwandlung von unedlen Metallen und Elementen in Gold. Zielstellung war also die Veredelung von verfügbaren Komponenten in etwas wertvolles, nämlich Gold.

An dieser Stelle ziehen wir Parallelen zu unserem Projekt: wir machen aus Informationen Gold, also etwas Wertvolles. Mit diesem Bezug halten wir es für angemessen, das Projekt Alchimisty zu nennen. Es wird mit diesem Namen also keine fachliche Einschränkung, sondern die Zielstellung des Projektes ausgedrückt.

Quelle: Auszug aus Interview mit Dr. Frank Thalmann, Projektleiter „Alchimisty“ (Jan2015)

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